Direktbank
Unter der Bezeichnung Direktbank werden Kreditinstitute zusammengefasst, die ohne ein eigenes Filialnetz arbeiten und für Vermarktung, Vertrieb sowie Kundenakquise und Kundenbetreuung auf direkte Kommunikationskanäle, sprich Telefon oder Internet, zurückgreifen. Einen besonders kräftigen Schub haben diese Kreditinstitute Ende der 1990er Jahre durch die zunehmende Verbreitung des Internets und die Einführung besonders günstiger Angebote erlebt. Speziell das Produkt Tagesgeldkonto hat zur wachsenden Verbreitung der Direktbanken beigetragen, die inzwischen mehr als 10 Prozent der deutschen Bevölkerung zu ihrem Kundenkreis zählen können. Ein besonders großer Vorteil für eine Direktbank ergibt sich aus der schlanken Organisation, da sich durch einen Verzicht auf teure Filialen mit ihren hohen Personalkosten attraktivere Finanzdienstleistungen gestalten lassen. Kunden spüren dies vor allem in Form höherer Zinsen, mit denen die Kostenersparnisse an den Verbraucher weitergereicht werden können. In diesem Bereich müssen Vollbanken weiterhin mit Schwierigkeiten rechnen.
Was die Produktpalette betrifft stellen Direktbanken ihren Charakter als Vollbank erfolgreich unter Beweis: Neben der Führung eines herkömmlichen Girokontos und der Vergabe von Konsum- oder Baukrediten stehen den Kunden auch unterschiedlichste Formen der Kapitalanlage zur Verfügung.
