EONIA
EONIA steht als Abkürzung für Euro Overnight Index Average und bezieht sich auf den Zinssatz, der durch Banken für Kredite im Interbankengeschäft mit einer Laufzeit von 24 h erhoben wird. Eingeführt am 01. April 1999 durch die Europäische Zentralbank steht der EONIA neben dem Euribor (Zinssatz für Termingelder) und ist damit eine der wesentlichen Kennzahlen internationaler Zahlungsströme. Zur Berechnung des Zinssatzes stellen Banken, die sogenannten Panel-Banken, der EZB Daten über die Höhe ihrer Zinsen für Tagesgeldausleihungen bis spätestens 18:30 Uhr zur Verfügung, auf deren Basis der EONIA durch die Zentralbank berechnet und an die Presse weitergegeben wird. Zu den beteiligten Banken zählen neben 47 Instituten der Eurozone auch Vertreter außerhalb der Europäischen Union. Es handelt sich beim EONIA um den gewichteten Durchschnitt aller Zinssätze, welche durch die einzelnen Panel-Banken an die EZB weiter gegeben werden.
Für den privaten Anleger ist dieser Zinssatz besonders in Form einiger Kapitalanlageprodukte, wie zum Beispiel Zertifikate, Geldmarktfonds oder Tagesanleihen, interessant. Damit zählt der EONIA zu den wirtschaftlichen Kennzahlen, die mancher Anleger etwas genauer im Auge behalten sollte, da inzwischen nicht nur einzelne Titel auf diesen Zinssatz setzen, sondern auch Fonds den EONIA als Index nutzen.
