Cortal Consors: Zinsen gegen Treue- Bestandkunden zahlen die Rechnung

Donnerstag den 22.07.2010

Cortal Consors S.A., die Direktbanktochter der französischen BNP Paribas, ist nicht dafür bekannt, dass sie ihren Kunden besonders hohe Anlagenzinsen anbietet; das Angebot für Tagesgelder lag zuletzt bei 1,50 Prozent pro Jahr und wurde zum 16.7.2010 auf nur noch 1,30 Prozent reduziert. Aufmerksamkeit erregt die Cortal Consors vielmehr mit nahezu unschlagbaren Angeboten an Nichtkunden: So werden seit dem 16.7.2010 bis voraussichtlich zum 30.09.2010 allen Nichtkunden, die auch in den letzten sechs Monaten nicht Kunde des Instituts waren, fast unglaubliche 4,00 Prozent Zinsen für Tagesgeldanlagen bis zu EUR 20.000 angeboten.

Vorausgesetzt, sie sind bereit, spätestens drei Monate nach Eröffnung des Tagesgeldkontos ein Fremddepot im Wert von mindestens sechstausend Euro auf die Cortal Consors zu übertragen, das Altdepot zu schließen und das Depot bei der Cortal Consors für mindestens zwölf Monate (bis zum Ablauf der Frist für die Sonderverzinsung) bestehen zu lassen. Cortal Consors behält sich vor, die Werbeaktion vorzeitig zu beenden.

Für Anlagen über EUR 20.000 und nach Ablauf der einjährigen Sonderverzinsung, die mit Eingang der Depotwerte beginnt, wird der jeweils gültige Tagesgeldzins von derzeit 1,30 Prozent gezahlt. Neukunden, die zwar Teilwerte in der ausbedungenen Höhe aus ihrem Fremdepot übertragen, das Depot bei der anderen Bank jedoch bestehen lassen möchten, wird der noch immer sehr attraktive Zins von 3,00 Prozent für ein Jahr angeboten.

» Hier geht es direkt zur Cortal Consors Depotwechsel Aktion

Tipp für aktive Trader und Tagesgeld Hopper
Die aktuelle Werbeaktion dürfte alle Kunden freuen, die sich von ihrem alten Depot nebst Anlageberater trennen möchten; flexibel sollten sie tatsächlich sein, denn das auch bei einigen anderen Banken beliebte Geschäftsmodell, mit Sonderangeboten Kunden anderer Institut abzuwerben und nach Ablauf der Frist für die Sonderkondition eher mäßig zu behandeln, führt auf Dauer zu einer neuen Kundengruppe, den vagabundierenden Wechselkunden oder Tagesgeld Hoppern.

Eher liegt die Vermutung nahe, dass bewusst auf die Trägheit vieler Kunden gesetzt wird, die es irgendwann leid werden, jeweils nach Ablauf einer Sonderkondition das Bankinstitut zu wechseln. Doch in Zeiten täglich per Internet vergleichbarer Zinsangebote und unkomplizierter Online-Kontoeröffnungen ist es gut möglich, dass die Spekulationen der aggressiv werbenden Banken nicht aufgehen. Doch wie immer die Kunden sich auch entscheiden mögen, vergangen sind offensichtlich die Zeiten, in denen Kundentreue belohnt worden ist.

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