Einlagensicherung

Einlagensicherung der Banken in der EU

Wer als Anleger nach interessanten Angeboten im Tagesgeld- oder Festgeldbereich sucht, stößt unweigerlich auch auf ausländische Banken wie die Bank of Scotland oder die niederländische ABN AMRO bzw. Credit Europe Bank. Trotz attraktiver Zinssätze stellt sich hier für viele Sparer schnell die Vertrauensfrage: Wie sicher ist mein Geld bei ausländischen Banken? Wie sieht es mit der Einlagensicherheit im Vergleich zu deutschen Kreditinstituten aus? In der Regel gibt es keinerlei Grund zur Besorgnis! Diese Einschätzung bestätigt auch die Stiftung Warentest im Finanzmagazin Finanztest (Ausgabe 7/2011).

Die Sicherheit der Anlage ist für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) verbindlich geregelt (EU-Richtlinie 2009/14/EG). Danach besteht für jeden Bankkunden eine Mindestgarantie-Sicherheit von 100.000 Euro. Ist die eine Bank zahlungsunfähig, treten entsprechende Sicherheitssysteme in Kraft. Der Kunde wird über die Umstände in Kenntnis gesetzt und kann seine Forderungen geltend machen.

Bei einer ausländischen Bank muss diese Forderung beim dortigen Kreditinstitut geschehen. Die gesetzliche Auszahlungsfrist einer Entschädigung beträgt in Deutschland derzeit 30 Tage. Europaweit soll die Frist zur behördlichen Feststellung der Insolvenz künftig auf 5 Tage sowie die Auszahlungsfrist auf höchstens 20 Tage gesenkt werden. Wichtig: Alle genannten Bedingungen gelten nur für Banken innerhalb der EU. Sollte das Geld bspw. bei einer isländischen oder türkischen Bank liegen, sind dort andere Sicherheitsmaßstäbe gültig. Island und die Türkei sind derzeit keine Mitglieder der Europäischen Union.

Bei verschiedenen Banken besteht hingegen sogar ein Mehrfachschutz: So verfügt die französische Cortal Consors sowohl über die Einlagensicherung des französischen Staates als auch über die Mitgliedschaft im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Diese Doppelstellung existiert auch bei anderen Kreditinstituten. Bei Zahlungsunfähigkeit müssen sich Kunden dann an beide Sicherungseinrichtungen wenden.

Sicherungsgrenzen bei der Einlagensicherung in der EU

Einen Überblick über die Sicherungsgrenzen in Europa finden Sie in dieser Übersicht:

Land Einlagensicherungsgrenze
EU bzw. Europa
Belgien  100.000,- Euro
Bulgarien  100.000,- Euro
Dänemark  100.000,- Euro
Deutschland  100.000,- Euro
Estland  100.000,- Euro
Finnland  100.000,- Euro
Frankreich  100.000,- Euro
Griechenland  100.000,- Euro
Grossbritannien   75.000,- Pfund
Irland  100.000,- Euro
Island   20.887,- Euro (nicht gesichert, da Staatsbankrott möglich)
Italien  103.291,38 Euro
Lettland  100.000,- Euro
Litauen  100.000,- Euro
Luxemburg  100.000,- Euro
Niederlande  100.000,- Euro
Österreich  100.000,- Euro
Portugal  100.000,- Euro
Schweden  100.000,- Euro
Schweiz  100.000,- CHF
Slowenien  100.000,- Euro
Spanien  100.000,- Euro
Außerhalb der EU bzw. Europas
Japan   100.000,- JPY
Kanada   100.000,- CAD
USA   100.000,- USD

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Frage & Antworten

Horst fragte am 16.07.2013 um 15:16:04

Hallo, gehe ich bei einer Anlage von 50.000 Euro bei der Cortal Consors, also einer französichen Bank, ein Risiko ein? Von wem würde ich denn im Falle einer Insolvenz mein Geld bekommen? An wen müsste ich mich wenden? Lieben Gruß Horst

  1. Redaktion antwortete am 18.07.2013 um 8:44:24

    Französische Banken sind bei einer Anlage von 50.000 Euro ähnlich sicher wie deutsche. Auch in Frankreich existiert eine gesetzliche Einlagensicherung, die Kundengelder bis 100.000 Euro pro Bank zu 100 Prozent absichert und die auf derselben EU-Richtlinie 2009/14/EG basiert. Im Entschädigungsfall müssten Sie sich an die französische Einlagensicherung, den Fonds de Garantie des Depots, wenden.

sindi fragte am 17.12.2012 um 15:37:21

Ich habe heute eine Mitteilung der Deutschen Bank erhalten, worin mir mitgeteilt wird, dass die Sicherungsgrenze je Gläubiger in den nächsten Jahren von 30% bis auf 8,75% des für die Einlagensicherung maßgeblichen haftenden Eigenkapitals der Bank gesenkt wird. Dies bedeutet, im Falle eines Konkurses der Bank erhält der Anleger nur noch ein "Almosen"?

  1. Redaktion antwortete am 18.12.2012 um 10:08:15

    Nein, der Anleger erhält keineswegs nur noch ein Almosen. Die Absenkung der Sicherungsgrenze betrifft zum einen nicht die gesetzliche Einlagensicherung und zum anderen bezieht sie sich auf das maßgeblich haftende Eigenkapital der Bank. Gehen wir von Ihrem Beispiel aus, der Deutschen Bank. Aktuell beträgt dieses haftende Eigenkapital 814 Mio. Euro. Pro Kunde ergibt sich daraus eine rechnerische Haftungsgrenze von derzeit (30 %) 244,2 Mio. Euro und später bei 8,75 % von 71,225 Mio. Euro. Die Anzahl der Anleger, die mehr als 71 Mio. Euro bei einer Bank angelegt haben und daher von der Absenkung der Sicherungsgrenze betroffen sind, dürfte an einer Hand abzuzählen sein. Für den "normalen" Anleger ändert sich nichts.

schätzl fragte am 14.11.2012 um 8:33:53

man liest auch von einer Einlagensicherung in Dänemark in Höhe von nur 40 000 Euro. was stimmt nun 100 000 oder 40 000 Euro.

  1. Redaktion antwortete am 14.11.2012 um 9:21:57

    100.000 Euro sind korrekt. Der dortige Garantiefonds für Einleger und Investoren sichert - wie die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken in Deutschland auch - gemäß der EU-Richtlinie 2009/14/EG Kundengelder bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Bank und Kunde zu 100 % ab.

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