Sicherheit von Spareinlagen im Entschädigungsfall

Entschädigungsbeispiele

In der Europäischen Union (EU) sind Spareinlagen in Höhe von 100.000,- Euro pro Anleger und Bank gesetzlich abgesichert. Einlagen, die nicht auf EURO lauten, sondern auf eine andere Währung des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) – z.B. britische Pfund, werden in EURO zu dem Wechselkurs umgerechnet, der an dem Tag gilt, an dem die betreffenden Einlagen eingefroren werden.

Niederländische Einlagensicherung

Die Einlagensicherung in den Niederlanden ist über die niederländische Zentralbank "De Nederlandsche Bank (DNB)" geregelt. Das so genannte "Depositogarantiestelsel" ist das Pendant zum deutschen Einlagensicherungssystem. Mitglieder sind unter anderem MoneYou sowie die Credit Europe Bank. Die Spareinlagen der Kunden, auch der deutschen, sind bis 100.000,- Euro abgesichert.

Beispiel I:

65.000 Euro
100.000 Euro
65.000 Euro
0 Euro

Beispiel II:

250.000 Euro
100.000 Euro
100.000 Euro
150.000 Euro

So läuft´s:

  1. Wird eine niederländische Bank insolvent, bekommen Kunden alle notwendigen Informationen mit Hinweisen zur Abwicklung von der niederländischen Zentralbank (DNB).
  2. Kunden müssen einen Entschädigungsantrag an die auf der Internetseite der DNB bekanntgegebenen Adresse stellen. Informationen sind derzeit nur auf Holländisch und Englisch verfügbar.
  3. Die Entschädigung durch die DNB erfolgt innerhalb von 20 Tagen.

Luxemburgische Einlagensicherung

Der Verband, der in Luxemburg für die Einlagensicherung zuständig ist, heißt "Association pour la Garantie des Dépôts Luxembourg" (AGDL). Auch in Luxemburg sind pro Anleger 100.000 Euro gesetzlich geschützt. Dem Luxemburgischen Einlagensicherungssystem angeschlossen ist unter anderem die Advanzia Bank.

Beispiel I:

98.000 Euro
100.000 Euro
98.000 Euro
0 Euro

Beispiel II:

180.000 Euro
100.000 Euro
100.000 Euro
80.000 Euro

So läuft´s:

  1. Die Zahlungsunfähigkeit einer Luxemburgischen Bank wird durch das Institut Monétaire Luxembourgeois festgestellt. Durch die Bank werden die Ansprüche der Kunden bei der gesetzlichen Einlagensicherung Luxemburgs, dem Verband AGDL, angemeldet.
  2. Der Kunde muss seine Forderung geltend machen. Bei der Advanzia Bank wird das diesbezügliche Formular auf der Internetseite zur Verfügung gestellt.
  3. Die AGDL hat 20 Tage Zeit, die Ansprüche der Kunden bis zu einer Höhe von jeweils 100.000 Euro zu entschädigen.

Britische Einlagensicherung

Über den Britischen Einlagensicherungsfonds „Financial Services Compensation Scheme“ (FSCS) sind alle Spareinlagen sind bis 75.000 britische Pfund abgesichert. Dieser Betrag entspricht in etwa 100.000 Euro. Einige Banken, wie z. B. die Bank of Scotland und die Barclays Bank, sind darüber hinaus dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen.

Beispiel Bank of Scotland:

300.000 Euro
100.500 Euro
149.500 Euro
250.000 Euro
50.000 Euro

Beispiel Barclays Bank:

195.000 Euro
100.500 Euro
149.500 Euro
250.000 Euro
0 Euro

So läuft´s:

  1. Kunden erhalten durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds FSCS einen Antrag, mit dem diese ihre Forderung geltend machen können.
  2. Nach einer Prüfung werden Kunden über das weitere Vorgehen informiert. Eine Entschädigung erfolgt innerhalb von 20 Tagen.
  3. Übersteigt der Entschädigungsanspruch den gesetzlich abgesicherten Betrag von 75.000 GBP, bekommen Anleger zusätzlich Post vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Eingetragen ist das Guthaben des Kunden mit Zinsen bis zur Sicherungshöhe – abzüglich der vom FSCS erstatteten Summe.

Deutsche Einlagensicherung

In Deutschland wird der gesetzliche Schutz für Privatbanken durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) bis 100.000 Euro gewährleistet.

Beispiel Gemeinschaftskonto:

210.000 Euro
150.000 Euro
360.000 Euro
Verlust im Pleitefall für den 1. Kontoinhaber 110.000 Euro
Verlust im Pleitefall für den 2. Kontoinhaber 50.000 Euro
160.000 Euro

So läuft´s:

In Deutschland ist das Entschädigungsverfahren für Kunden relativ einfach gehalten.

  1. Kunden deutscher Banken erhalten von der Entschädigungseinrichtung eine Mitteilung über Eintritt des Entschädigungsfalls. Die Entschädigungsansprüche der Einleger werden vom EdB eigenständig geprüft. Der Einleger muss nichts unternehmen.
  2. Die Entschädigung erfolgt spätestens nach 7 Arbeitstagen nach der Feststellung des Entschädigungsfalls.

Bei Instituten, die zusätzlich dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) angeschlossen sind, die die Kundenguthaben sogar in Millionen-Höhe geschützt.

Erweiterte deutsche Einlagensicherung

Beispiel ING-DiBa:

300.000 Euro
100.000 Euro
1,35 Mrd. Euro
300.000 Euro
0 Euro

So läuft´s:

  1. Ist das Kreditinstitut neben der gesetzlichen Einlagensicherung auch einem freiwilligen Einlagensicherungssystem angeschlossen, erfolgt die Entschädigung für beide Sicherungseinrichtungen "aus einer Hand", nämlich aus der des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Sind die Kundeneinlagen festgestellt, wird jeder Kunde schriftlich informiert.
  2. Einleger müssen nichts weiter unternehmen.
  3. Die Entschädigung erfolgt innerhalb von sieben Arbeitstagen.

Hinweis: Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Sicherungssysteme, die Spareinlagen in unbegrenzter Höhe absichern.

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Frage & Antworten

Mike fragte am 5.06.2014 um 18:18:38

Beim Beispiel II zur niederländischen Einlagensicherung ist bei 255.000 Euro Einlage und 100.000 Euro Entschädigung für den Anleger lediglich von einem Verlust von 150.000 Euro die Rede. Kann ICH jetzt nicht rechnen, oder doch derjenige, der dieses Beispiel entwickelt hat?

  1. Redaktion antwortete am 16.06.2014 um 11:55:16

    Keine Sorge, Sie liegen richtig. Uns ist ein Tippfehler entgangen, den wir dank Ihnen nun korrigiert haben. 250.000 Euro sind korrekt.

stefan fragte am 29.06.2013 um 20:31:00

Wenn ich sagen wir mal 360 000 Euro habe ,und lege das Geld an 4 verschiedenen Banken an . Bank A 100 000 Bank B 100 000 Bank c 100 000 Bank D 60 000 Ist dann das ganze Geld gesetzlich abgesichert ?

  1. Redaktion antwortete am 2.07.2013 um 15:38:32

    Ja, dann wäre das ganze Geld über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert. Zu diesem Vorgehen raten wir auch bei der Anlage von Beträgen oberhalb von 100.000 Euro.

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