Inflation und Tagesgeld

Eine unbefriedigende Entwicklung zeichnete sich in den letzten Jahren für alle diejenigen ab, die ihr Geld auf Tagesgeldkonten angelegt haben. Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken führte zu massiven Zinseinschnitten und damit zu einer enorm gesunkenen Rendite.

Niedrige Zinsen für die Wirtschaft – Nachteile für den Verbraucher?
Durch die weltweit niedrigen Zinsen, welche die Wirtschaft ankurbeln sollen, kommt es im Privatanlegersegment zu einigem Unmut. Die Zinsen für alle Arten von Anlageprodukten sind ähnlich wie die aller Kredite, historisch niedrig. Die Frage nach Alternativen stellt sich fast nicht, da alle Anlagen, zumindest jene die einen gewissen Grad an Sicherheit mit sich bringen, gleichermaßen betroffen sind.

Tagesgeld, als eine der beliebtesten Anlageformen, wurde ebenfalls besonders hart von der Niedrigzinspolitik getroffen. Was der Wirtschaft hilft, ist nicht immer gut für den Verbraucher und was die Kreditnehmer freut, ärgert diejenigen, die ihr Geld zur Bank bringen, um sich in ein paar Jahren über die Zinsen zu freuen.

Zinsprognose: Hoffnung für Festgeld
Allerdings scheint es, als würde es Licht am Ende des Tunnels geben für all diejenigen, die ihr Geld als Festgeld oder anderswie angelegt haben. Die rapide Erholung der Wirtschaft, die Zunahme der Investitionen, immer gut an den weltweiten Übernahmen zu erkennen, führen dazu, dass die Rufe nach höheren Zinsen wieder zunehmen und immer weniger Ökonomen ein Risiko für die weltweite Wirtschaft sehen.

Die Chance, dass die Zentralbanken noch in diesem Jahr die Zinsen erhöhen, steigt mit jeder positiven Meldung aus der Wirtschaft und von diesen gibt es zur Zeit einige. Die Arbeitslosenzahlen sinken, auch wenn es im Dezember einen leichten Anstieg gab, im jahrelangen Vergleich deutlich. Dieser Jobaufschwung wird die Binnenkonjunktur stärken und damit die Wirtschaft stützen, was die Hilfe der Zentralbank nicht weiter erforderlich machen wird.

Niedrige Inflation hilft Tagesgeld
Ein Pluspunkt für das Tagesgeld ist die zur Zeit niedrige Inflation. Da sich die Europäische Zentralbank vor allem dem Inflationsziel verschrieben hat, ist davon auszugehen, dass mit den geringsten Anzeichen einer steigenden Inflation auch die Zinsen steigen werden. Da die Inflation in Zeiten von Krisen niedrig ist und damit die Geldentwertung auch kaum spürbar ist, sind selbst niedrigere Zinsen von 1 bis 1,5 Prozentpunkten real gesehen gar nicht so schlecht. Denn 1,5 Prozent Zinsen auf Tagesgeld bei nahezu Nullinflation sind besser als 4 Prozent bei einer Inflation von 3 Prozentpunkten.

Das Tagesgeld stellt also nach wie vor, vor allem für sicherheitsorientierte Anleger, eine gute Anlageform dar und auch die Zinsen werden sich im Laufe der nächsten 12 Monate wieder nach oben anpassen.