Tagesgeld oder Geldmarktfonds

Tagesgeld oder Geldmarktfonds?

Eine Tagesgeldanlage bei einem Kreditinstitut mit deutscher Einlagensicherung gilt bis heute als eine sehr flexible und vor allem sichere Anlage. Die Sicherheit besteht dabei sowohl im Hinblick auf das mögliche Ausfallrisiko, als auch im Hinblick auf die Möglichkeit, an der positiven Zinsentwicklung am Geldmarkt zu partizipieren.

Da eine Tagesgeldanlage oft indirekt am Geldmarkt referenziert ist, ist die Zinselastizität der Tagesgeldkonten relativ hoch. Dies bedeutet, dass wenn die Zinsen am Geldmarkt steigen, auch die Konditionen einer Tagesgeldanlage fast im gleichen Umfang angehoben werden. Dies ist hingegen bei festverzinslichen Geldanlagen, wie etwa Termingeld, nicht der Fall.

Unter dem Geldmarkt werden Marktgeschäfte mit einer Laufzeit größer gleich zwölf Monate verstanden. Es muss allerdings klar sein, dass die Banken trotz der schnellen Zinsanpassung immer noch eine positive Marge aus solchen Tagesgeldanlagen erzielen. Dies liegt daran, dass sie andere Marktzugangsmöglichkeiten haben und daher andere Konditionen erzielen als die, die sie an Verbraucher weitergeben.

Doch Verbraucher haben auch eine Möglichkeit, einen indirekten Zugang zu offenen Märkten zu finden-  und zwar über Geldmarktfonds. Geldmarktfonds sind Finanzinstitutionen, die treuhänderisch das fremde Geld verwalten. Dabei investieren Geldmarktfonds einen Teil ihres Vermögens in verzinsliche Liquidität und den anderen Teil in Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Geldmarktfonds sind allerdings nicht so defensiv ausgerichtet wie das Tagesgeldkonto. Das Vermögen, das in einen Geldmarktfonds investiert ist, unterliegt nicht der staatlichen Einlagensicherung.

Außerdem sind dort aufgrund der möglichen Kursänderungsrisiken auch Verluste möglich. Des Weiteren ist die Handelbarkeit eines Geldmarktfonds mit einer Geld-Brief-Spanne verbunden. Dies bedeutet, dass die Verkaufspreise über den Rücknahmepreisen liegen. Dies führt bei häufigen Umschichtungen zu sehr hohen Transaktionskosten. Die Verfügbarkeit über das investierte Vermögen ist daher bei einem Tagesgeldkonto deutlich flexibler.

Die Erträge aus einem Geldmarktfonds können entweder ausgeschüttet oder wieder angelegt werden. Dabei besteht die Gefahr, dass bei stärkeren Kursschwankungen die bereits realisierten und wiederanlagelegten Erträge verloren werden. Der Kurs eines Geldmarktfonds wird täglich ermittelt und unterliegt gewissen Schwankungen.

Natürlich darf das Potenzial eines Geldmarktfonds nicht unterbewertet werden, doch auch die möglichen Risiken sollten offen angesprochen werden. Da Geldmarktfonds auch in Wertpapiere investieren, haben diese neben den Zinsänderungsrisiken implizite Kreditspreadrisiken, die bei einer Ausweitung zu deutlichen Kursverlusten führen können.

Leider werden Geldmarktfonds von vielen Banken als eine absolut sichere Anlage angeboten. Viel zu selten wird hier auf mögliche Risiken hingewiesen. Anleger, die eine absolute Sicherheit suchen und trotzdem auch von steigenden Zinsen profitieren möchten, sollten sich für ein Tagesgeldkonto entscheiden.

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